Renaturierung des Goldestedter Mühlenbach.

Der Goldenstedter Mühlenbach ist ein öffentlicher Wasserzug II. und III. Ordnung. Er liegt in der Gemeinde Goldenstedt. Beim Unterlauf handelt es sich um einen begradigten und naturfern ausgebauten Geestrandbach, der sich durch Struktur- und Artenarmut auszeichnet. Der begradigte Verlauf führt vor allem bei Niedrigwasserabfluss zu einer einheitlichen niedrigen Fließgeschwindigkeit mit starken Ablagerungen von Feinsedimenten (Treibsand). Die für einen Geestbach gewässertypische Ausstattung mit Kies, Steine und Totholz wird dadurch verdrängt., was sich negativ auf das Artenspektrum des Gewässers besonders auf Kieslaichende Fischarten, auswirkt. Bedingt durch den so veränderten Lebensraum kommen nur noch relativ anspruchslose „Allerweltsarten“ vor.

Zwischen der Hunte und der Straße „Überthünen“ wurde nun auf den Flächen des Landkreises Vechta und in Trägerschaft des Goldenstedter Tückervereins, der Unterlauf des Goldenstedter Mühlenbaches naturnah rückgebaut.

Das Gewässer hat einen mäandrierenden Verlauf erhalten, dessen Querprofil nicht überdimensioniert ist. So wurde ein Lebensraum geschaffen, der auch bei Niedrigwasser die Funktion als Rückzugsraum für die Fließgewässerfauna erfüllt. Kies- und Grobsteine sollen Eintiefungen verhindern und als Laichsubstrat für Salmoniden dienen.

Der vorhandene begradigte Gewässerabschnitt bleibt erhalten, um bei Hochwasser als zusätzlicher Abfluss zu dienen und ist gleichzeitig als Stillgewässer, Rückzugsraum.

Mit mehreren Spatenstichen ist der Bach nun in sein neues, renaturiertes Bett gelassen worden. Johannes Kohls, Vorsitzender des Tückervereins, dankte allen, die durch Teilfinazierungen oder durch Arbeitseinsätze die zur Umsetzung des vom Büro Mumm ausgearbeiteten Konzeptes beigetragen haben. Den größten Teil der Gesamtkosten in Höhe von 37.000,- €  hat die Hunte-Wasseracht mit 17.000,- € übernommen.12.000,- € stammen aus der Umweltlotterie Bingo. 4.500,- € aus der Stiftung Umwelt- und Naturschutz (SUN) des Landkreises Vechta und 3.000,- € von der ExxonMobil Production. Mit Rat und Tat standen die Goldenstedter Naturfreunde zur Seite, die die Arbeiten in Bild und Ton dokumentierten.

Landrat Albert Focke lobte das Engagement der Leute vor Ort, „denen man nicht jeden Handschlag bezahlen muss“, und die Bereitschaft des Tückervereins, der die neue naturnahe Strecke zusammen mit den Naturfreunden und der Naturschutz AG der Marienschule pflegen will.

Im Anschluss an die Begehung  im Huntetal fand eine kleine Feierstunde im neuen Hunteinformationszentrum statt. Hierzu konnte der Vorsitzende, Johannes Kohls, neben Landrat Albert Focke und Bürgermeister Willibald Meyer auch Vertreter der Hunte-Wasserwacht, der SUN, ExxonMobil, der unteren Naturschutzbehörde und des Landesfischereiverbandes begrüßen.