Heimkehrer-Nachwuchs in der Ellenbäke

Arbeit des Goldenstedter Tückervereins zeigt erste Wirkung,die Meerforellen kommen in ihre Heimat zurück.Die Tücker arbeiten seit Jahren an der Renaturierung der Gewässer: Jetzt wird diese Arbeit belohnt, die ersten Fische kehren aus dem Meer in die Goldenstedter Bäche zurück. Neue Projekte warten schon........

Es ist einer der üblichen Kontrollgänge an der Ellenbäke. Die Mitglieder des Goldenstedter Tückervereins sind hier ständig unterwegs.Regelmäßig verfangen sich große Hölzer in dem letzten Teilstück des Baches, dem die Angler erst vor zwei Jahren mit viel Arbeit seine natürliche Form wiedergegeben haben.Doch etwas ist ungewöhnlich:An mehreren Stellen ist der Kies im Flussbett sichtbar aufgewühlt. Für die Tücker ein klares Zeichen, vielleicht eine kleine Sensation. Sie rufen den Biologen des Landesfischereiverbands.

75000 Jungfische haben die Tücker - so heißen die Fischer in Goldenstedt - in den Huntezuläufen um Goldenstedt in den letzten 12 Jahren ausgesetzt. Sind die Tiere groß genug, wandern sie stromabwärts über die Weser ins Meer, erklärt der Tückervereins-Vorsitzende Johannes Kohls. Die Hoffnung der Tücker: Sind die ausgesetzten Lachse und Meerforellen alt genug, um Nachwuchs zu bekommen, kehren sie an den Ort zurück, an dem sie aufgewachsen sind - wenn sie bis dahin überleben. Dann können die Tiere in den Flussläufen der Hunte laichen. Die Forellen vergraben ihre Eier im Kies.

" Nur das Wasserkraftwerk in Wildeshausen ist auf dem Rückweg noch ein Hindernis für die Forellen und Lachse", erklärt der Cheftücker. Den Höhenunterschied können die Tiere eigentlich nicht schaffen. " Aber die Natur sucht sich ihren Weg", sagt Kohls augenzwinkernd. Und der Biologe des Fischereiverbands wird tatsächlich fündig: Dr. Jens Salva findet Meerforellen in der kleinen Ellenbäke. 49 Zentimeter ist eines der Tiere lang. Das Tier hat in der Ellenbäke gelaicht. " Vor drei Jahren wäre das noch undenkbar gewesen", sagt Johannes Kohls. Es ist eine kleine Sensation, ein Lohn für die Mühen der Tücker. Denn noch 1999 war die Ellenbäke ein begradigter Graben. " Lebensfeindlich", sagt Kohls. Fische gab es in dem Fluss nicht, kleine oder nur wenige Amphibien. der Bach war verschlammt, diente nur der Wasserabfuhr.

Mit Hilfe der Kreisverwaltung und der Hunte Wasseracht legten die Tücker einen parallelen, natürlichen Bachlauf an. Der begradigte Teil liegt bei normalem Wasserstand jetzt fast trocken. Jetzt müssen sich die Tücker allerdings um die Pflege des neuen Bachlaufs kümmern. Er soll nicht verschlammen oder zuwachsen. " Da braucht die Natur noch ein bisschen Hilfe." Das langfristige Ziel sei, die Tiere wieder in der Hunte heimisch zu machen, erklärt Kohls. Das werde aber noch viele Jahre dauern. Dafür müsse auch eine Fischtreppe bei dem Wasserkraftwerk in Wildeshausen angelegt werden. Bis dahin haben die Tücker aber ein neues Projekt.

Sie wollen auch die Einmündung des Apler Bachs in die Hunte renaturieren. Die Einmündung des Mühlenbachs war das erste Projekt der Tücker.

Quelle: Oldenburgische Volkszeitung vom 14.12.2011